Flüchtlinge und Mitglieder des Arbeitskreises Asyl in der Borker Synagoge

Im Februar besuchten Flüchtlinge des Alphabetisierungskurses der Selmer VHS mit Ehrenamtlichen gemeinsam die Synagoge in Bork. Ein Hauptanliegen war es den Teilnehmern die Vielfalt der Religionen in der deutschen Geschichte und der heutigen Demokratie zu vermitteln. Zugleich macht eine Ausstellung über die Judenverfolgung im Nationalsozialismus, die derzeit in der Synagoge gezeigt wird, deutlich, dass es in Deutschland nicht immer Toleranz und das Grundrecht der Gleichheit, das im Grundgesetz verankert ist, gab. Die Flüchtlinge haben auf Grund eigener Erfahrung von Intoleranz, die bis zur Vernichtung gehen kann (der Islamische Staat gegenüber den Jesiden; das staatliche Vorgehen in der Türkei gegenüber oppositionellen Kurden) ein starkes Gespür für dieses Problem. Eine kurdische Syrerin wünschte sich für das Zusammenleben der verschiedenen Religionen und Ethnien nur eins: „Wir müssen doch alle eine Familie sein“. Alle waren von der Moderation durch Manon Pirags, die bei einem anschließenden Gang in den Ortskern Bork einige Lebensgeschichten von aus Bork deportierten Juden erzählte, sehr berührt. Das Bemühen um ein würdevolles Miteinander heute bekommt vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte für alle eine besondere Bedeutung. Nach diesem Besuch der Synagoge gingen alle nachdenklich nach Hause.

 

Fotos: S. Geschwinder / Ruhrnachrichten
Text: Georg Fleiter-Morawietz

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